Montag, 11. Januar 2016

Safety First

Pünktlich zum Fest der Liebe heißt es für uns Freiwillige: Dreimonatiges! Ein Viertel des Freiwilligendienstes liegt hinter uns, weitere neun Monate folgen.
Nach drei Monaten beende ich nun das Kapitel „Lotus River“ - und der nächste Akt trägt den Namen „Observatory“. Zwei Stadtteile Kapstadts, zwei Gesichter Kapstadts. Bislang habe ich mit Robin, einem weiteren SAGE Net-Freiwilligen, in einer Gastfamilie in Lotus River gewohnt. Ein sehr lehrreicher Abschnitt unseres Dienstes, der mir sehr viel über mich beibringen konnte. Lotus River ist ein relativ kleiner Stadtteil in den sogenannten Cape Flats. Verglichen mit den Northern und Souther Suburbs sind die Cape Flats eine ärmere Gegend. Zu ihnen gehören unter anderem die Townships Gugulethu, Nyanga und Kayelitsha sowie die Stadtteile Athlone, Grassy Park, Mitchels Plain und Retreat. Allesamt würde man sie in Deutschland als soziale Brennpunkte bezeichnen.

Samstag, 9. Januar 2016

ZumaMustFall

16. Dezember. 10:00 Uhr. Kapstadt, Johannesburg, Pretoria.
In drei Städten Südafrikas gehen tausende Menschen auf die Straße, um am Tag der Versöhnung gegen Korruption im Allgemeinen und Jacob Zuma im Speziellen zu demonstrieren. Jacob Zuma, Präsident der Republik Südafrikas, seit zwei Legislaturperioden an der Spitze des Staates. Es ist wirklich kein Geheimnis mehr, dass Zuma durch und durch korrupt ist und den gesamten Staatsapparat korrumpiert hat. Von Politikern bis hin zu Polizisten – jeder ist bestechlich.
Die einen sehen ihn als Witzfigur, die anderen als Peinlichkeit auf internationaler Ebene. Gerne wird das Beispiel der Staatsschulden herangezogen. Nicht, dass diese hoch seien (das sind sie allerdings auch), sondern, dass sie so hoch sind, dass Zuma die exorbitant hohe Zahl gar nicht mehr vorlesen kann. Als „Affe“ wird er bezeichnet, so dumm sei er. Manche wollen sein Gesicht schon gar nicht mehr sehen, weil sie ansonsten anfangen müssten, zu lachen.

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Streetopia

Observatory – ein Stadtteil, der schon immer etwas alternativ war und immer für eine Überraschung gut ist. War dieses Viertel während der Apartheid ein Ort, an dem Schwarz und Weiß nebeneinander lebten, so ist es heute noch immer eine sehr lebhafte und bunte Gegend. Geht man freitags Abend in einen Club oder Kneipe, so merkt man, wie bunt Obs wirklich ist: jung und alt, schwarz, farbig und weiß, Schwule und Transen – und jeder tanzt, wie er will und niemanden stört es.

Dienstag, 1. Dezember 2015

Der (fast) südlichste Punkt Afrikas

Namensgebend für Kapstadt ist natürlich das atemberaubend schöne Kap. Der Table Mountain National Park ist UNESCO-Welterbe und sicherlich einer, wenn nicht sogar der schönste Ort auf Erden. Er bildet die Südspitze der Kaphalbinsel mit den beiden berühmten Orten „Kap der Guten Hoffnung“ und Cape Point. Zusammen mit der Gebirgskette des Tafelbergs umfasst der Nationalpark eine Fläche von 7750 Hektar und schließt 40 Kilometer Küste ein. Das Kap ist wichtiger Bestandteil der Kapflora, dem flächenmäßig kleinsten, aber artenreichsten Florenreich der Welt – allein am Tafelberg sind mehr Pflanzenarten anzutreffen als in ganz Großbritannien.

Samstag, 21. November 2015

Die Rugby-Weltmeistershaft

Während in Deutschland das Sommermärchen 2006 zugrunde gerichtet wird, feiert Südafrika seine Springbocks. Die Rugby-Nationalmannschaft im grün-gelben Trikot gehört zu den besten der Welt. Neben den Big Players Neuseeland und Australien gehört Südafrika zur Rugby-Weltelite. Und eben diese Elite und viele weitere Nationalmannschaften trafen sich vom 18. September bis zum 31. Oktober in England, um zum achten Mal die beste Mannschaft der Welt zu küren. 
Wie erwartet konnten sich die All Blacks gegen den Rest der Welt durchsetzen. Im Finale spielte Neuseeland gegen seinen Nachbar Australien. Deutlich siegte Neuseeland mit 34:17 gegen Australien und krönte sich damit zum dritten Mal in Folge zum Weltmeister, was bislang noch kein Team gelungen ist. Südafrika verlor im Halbfinale gegen Neuseeland, siegte im Spiel um Platz Drei jedoch gegen Argentinien mit 24:13.

Samstag, 7. November 2015

Back In Time

Eine Entdeckung, die ich sehr früh in Südafrika machen konnte, ist folgende: Südafrika entschleunigt. Zumindest ein Westeuropäer tritt gewaltig auf die Bremse, wenn er für ein Jahr nach Südafrika kommt. Zumindest ich musste die Zeitmaschine in den Rückwärtsgang schalten - und konnte dadurch in den Genuss der guten alten Zeiten kommen. Und das aus gutem Grund.
Wie unlängst bekannt ist, ist Lotus River, meine Wohngegend, ein härteres Pflaster. Es gilt, sich zu wappnen, um Übergriffe zu minimieren. Dazu gehört natürlich, nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr das Haus zu verlassen, sich möglichst schnell und nur auf belebten Wegen zu bewegen. Eine weitere Vorsichtsmaßnahme, die ich treffe, ist, keine Wertgegenstände unnötig bei mir zu tragen oder öffentlich zu zeigen. Mein Smartphone bleibt also bei mir zu Hause - immer. Und zuhause kann ich es auch nur eingeschränkt nutzen, denn: kein Internet.

Freitag, 16. Oktober 2015

Welcome to the Mother City

Und nach ziemlich genau zwei Jahren ist es wieder soweit: Ich bin angekommen am schönsten Ort der Welt. Kapstadt hat mich mit offenen Armen empfangen. Als ich vor zwei Jahren einen Schüleraustausch nach Südafrika gemacht habe, war ich wie weggeblasen von der Schönheit dieses Ortes. Der majestätische Tafelberg streckt immer, egal wo man ist, seine Arme aus. Der Atlantik ist rau, doch lässt einen nicht los. Die schillernden Facetten dieser riesigen Stadt sind faszinierend. Das alles klingt sehr romantisch – das gebe ich zu – doch unsere ersten Tagen waren auch sehr romantisch.